Der deutsche Bildhauer Veit Stoss (ca. 1445-1533) perfektionierte den expressiven spätgotischen Stil in seinem frühen Meisterwerk, dem Hochaltar der Jungfrau Maria in Krakau, Polen. Seine späte Skulptur zeigt seine Beherrschung einer neuen, abstrakten, von der Renaissance inspirierten Kunst.

Veit Stoss wurde entweder in Schwaben oder Nürnberg geboren und arbeitete zwischen 1477 und 1496 in Krakau, Polen, als er Nürnberger wurde. 1503 fälschte er Papiere und wurde zum Tode verurteilt. Er wurde begnadigt, aber mit heißen Eisen auf die Wangen gebrandmarkt. Trotzdem arbeitete er bis zu seinem Tod in Nürnberg.

Stoss‘ eindrucksvollstes und bedeutendstes Werk ist der Hochaltar (1477-1486) der Pfarrkirche der Jungfrau Maria in Krakau. Es ist eine aufwendige polychrome Holzstruktur mit zwei Flügeln, die in Reliefskulptur das Leben der Jungfrau und Christi darstellen. Im Zentrum steht der Tod Marias in Gegenwart der Apostel. Im durchbrochenen gotischen Überbau steigt Christus mit ihrer Seele in den Himmel auf, und oben auf dem Altarbild wird Maria von der Dreifaltigkeit zur Himmelskönigin gekrönt. Das gesamte Altarbild ist eine Flamme aus Gold und kräftigen Farben, besonders blau, und die Aufregung setzt sich im Stil der Schnitzerei fort. Draperie Falten, tief unterschnitten, brechen knackig und wirbeln herum, bilden animierte Muster in Licht und Schatten. Das Altarbild ist eine technische Tour de Force, die den Betrachter überwältigt.

Die ersten anerkannten Werke von Stoss nach seiner Rückkehr nach Nürnberg sind die drei Steinreliefs (1499) der Passion im Chor von St. Sebald. Sie sind von bemerkenswerter formaler Konzentration und enormer Kraft, ebenso wie das Holzkruzifix aus der gleichen Zeit und Kirche (heute auf dem Hochaltar der Kirche St. Lorenz).

Hoch über diesem Altar in St. Lorenz, in der Luft aufgehängt, befindet sich Stoss ‚berühmter Großer Rosenkranz oder Salve Regina (1517-1518). Ein hölzerner Rosenkranz mit geschnitzten Rosen und Medaillons, die die sieben Freuden Mariens darstellen, umgibt die lebensgroßen Figuren von Gabriel und der Verkündigten Jungfrau. Der Stil ist knackig und etwas nervös in dieser sehr dramatischen Konzeption, die den Rosenkranzkult ehrt, der Ende des 15.

Es gibt nur einen Hauch von Ruhe und Entspannung, sowie einen Hauch des neuen Geistes der Renaissance, in dem Meisterwerk von Stoss ’spätem Stil, der Anbetung der Hirten Altarbild (1520-1523), geschnitzt für eine Kirche in Bamberg (jetzt im Dom). Das Holz wurde absichtlich ungefärbt gelassen, im neuen Renaissance-Gefühl für das Medium, das Stoss ‚Zeitgenosse Tilman Riemenschneider teilte.

Stoss ‚Genie war so stark, dass es für kraftvolle Individuen anscheinend unmöglich war, sich in seiner Schule in Nürnberg zu entwickeln.

Weiterführende Literatur

Es gibt keine Biographie von Stoss auf Englisch. Theodore Müller, Bildhauerei in den Niederlanden, Deutschland, Frankreich und Spanien, 1400-1500. 1966), hat ausgezeichnetes biografisches und kritisches Material über Stoss. Als Hintergrund empfehlen sich Charles Louis Kuhn, Deutsche und niederländische Bildhauerei, 1280-1800 (1965), und Hanspeter Landolt, deutsche Malerei: Das Spätmittelalter, 1350-1500 (trans. 1968). □